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	<title>Brief 1802-04-10 - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in KleistDaten</subtitle>
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		<id>http://www.kleistdaten.de/index.php?title=Brief_1802-04-10&amp;diff=11425&amp;oldid=prev</id>
		<title>WikiSysop am 11. Januar 2012 um 14:05 Uhr</title>
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		<updated>2012-01-11T14:05:29Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;/p&gt;
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				&lt;td colspan=&quot;2&quot; style=&quot;background-color: #fff; color: #202122; text-align: center;&quot;&gt;Version vom 11. Januar 2012, 14:05 Uhr&lt;/td&gt;
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&lt;tr&gt;&lt;td class=&#039;diff-marker&#039;&gt;−&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #ffe49c; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;Ulricke wird Dir geschrieben haben daß ich das Unglück hatte, ganz plötzlich meinen liebsten Bruder zu verlieren - wie schmerzlich das für mich war, brauche ich Dir wohl nicht zu sagen. Du weißt daß wir von der frühesten Jugend an, immer recht gute Freunde waren und uns recht herzlich liebten. Vor kurzen waren wir auf der silbernen Hochzeit unserer Eltern so froh zusammen, er hatte uns ganz gesund verlassen, und auf einmal erhalten wir die Nachricht von seinem Tode - Die erste Zeit war ich ganz wie erstarrt, ich sprach, und weinte nicht. Ahlemann, der während dieser traurigen Zeit oft bei uns war, versichert, er habe sich für mein starres Lächeln sehr erschreckt. Die Natur erlag diesem schrecklichen Zustande, und ich wurde sehr krank. Eine Nacht, da Louise nach dem Arzt schickte weil ich einen sehr starken Krampf in der Brust hatte, und jeden Augenblick glaubte zu ersticken, war der Gedanke an den Tod mir gar nicht schrecklich. Doch der Zuruf aus meinem Herzen »es werden geliebte Menschen um dich trauern, &amp;lt;i&amp;gt;einen&amp;lt;/i&amp;gt; kannst du noch glücklich machen!« der belebte mich aufs neue, und ich freute mich daß die Medizin mich wieder herstellte. Damals! lieber Heinrich, hätte ein Brief von &amp;lt;i&amp;gt;Dir&amp;lt;/i&amp;gt;, meinen Zustand sehr erleichtern können, doch Dein Schweigen vermehrte meinen Schmerz. Meine Eltern, die ich gewohnt war immer froh zu sehn, nun mit einemmal so ganz niedergeschlagen, und besonders meine Mutter immer in Tränen zu sehn - das war zu viel für mich. Dabei hatte ich noch einen großen Kampf zu überstehn. In Lindow war die &lt;del class=&quot;diffchange diffchange-inline&quot;&gt;Domino &lt;/del&gt;gestorben. Und da man auf die älteste aus dem Kloster viel zu sagen hatte, und ich die zweite war konnte ich erwarten daß &amp;lt;i&amp;gt;ich&amp;lt;/i&amp;gt; &lt;del class=&quot;diffchange diffchange-inline&quot;&gt;Domino &lt;/del&gt;werden würde. Ich wurde auch wirklich angefragt, ob ich es sein wollte, Mutter redete mich sehr zu, da dieser Posten für mich sehr vorteilhaft sein würde, und ich doch meine Zukunft nicht bestimmen könnte. Doch der Gedanke in &amp;lt;i&amp;gt;Lindow&amp;lt;/i&amp;gt; leben zu müssen (was dann notwendig war) und die Erinnrung an das Versprechen was ich Dir gab, nicht da zu wohnen, bestimmten mich, das Fräulein von Randow, zur &lt;del class=&quot;diffchange diffchange-inline&quot;&gt;Domino &lt;/del&gt;zu wählen, welche nun bald ihren Posten antreten wird. Bedauerst Du mich nicht? Ich habe &amp;lt;i&amp;gt;viel&amp;lt;/i&amp;gt; ertragen müssen. Tröste mich bald durch eine erfreuliche Nachricht von Dir, schenke mir einmal ein paar Stunden und schreibe mir recht &amp;lt;i&amp;gt;viel&amp;lt;/i&amp;gt;.&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&#039;diff-marker&#039;&gt;+&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #a3d3ff; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;Ulricke wird Dir geschrieben haben daß ich das Unglück hatte, ganz plötzlich meinen liebsten Bruder zu verlieren - wie schmerzlich das für mich war, brauche ich Dir wohl nicht zu sagen. Du weißt daß wir von der frühesten Jugend an, immer recht gute Freunde waren und uns recht herzlich liebten. Vor kurzen waren wir auf der silbernen Hochzeit unserer Eltern so froh zusammen, er hatte uns ganz gesund verlassen, und auf einmal erhalten wir die Nachricht von seinem Tode - Die erste Zeit war ich ganz wie erstarrt, ich sprach, und weinte nicht. Ahlemann, der während dieser traurigen Zeit oft bei uns war, versichert, er habe sich für mein starres Lächeln sehr erschreckt. Die Natur erlag diesem schrecklichen Zustande, und ich wurde sehr krank. Eine Nacht, da Louise nach dem Arzt schickte weil ich einen sehr starken Krampf in der Brust hatte, und jeden Augenblick glaubte zu ersticken, war der Gedanke an den Tod mir gar nicht schrecklich. Doch der Zuruf aus meinem Herzen »es werden geliebte Menschen um dich trauern, &amp;lt;i&amp;gt;einen&amp;lt;/i&amp;gt; kannst du noch glücklich machen!« der belebte mich aufs neue, und ich freute mich daß die Medizin mich wieder herstellte. Damals! lieber Heinrich, hätte ein Brief von &amp;lt;i&amp;gt;Dir&amp;lt;/i&amp;gt;, meinen Zustand sehr erleichtern können, doch Dein Schweigen vermehrte meinen Schmerz. Meine Eltern, die ich gewohnt war immer froh zu sehn, nun mit einemmal so ganz niedergeschlagen, und besonders meine Mutter immer in Tränen zu sehn - das war zu viel für mich. Dabei hatte ich noch einen großen Kampf zu überstehn. In Lindow war die &lt;ins class=&quot;diffchange diffchange-inline&quot;&gt;Domina &lt;/ins&gt;gestorben. Und da man auf die älteste aus dem Kloster viel zu sagen hatte, und ich die zweite war konnte ich erwarten daß &amp;lt;i&amp;gt;ich&amp;lt;/i&amp;gt; &lt;ins class=&quot;diffchange diffchange-inline&quot;&gt;Domina &lt;/ins&gt;werden würde. Ich wurde auch wirklich angefragt, ob ich es sein wollte, Mutter redete mich sehr zu, da dieser Posten für mich sehr vorteilhaft sein würde, und ich doch meine Zukunft nicht bestimmen könnte. Doch der Gedanke in &amp;lt;i&amp;gt;Lindow&amp;lt;/i&amp;gt; leben zu müssen (was dann notwendig war) und die Erinnrung an das Versprechen was ich Dir gab, nicht da zu wohnen, bestimmten mich, das Fräulein von Randow, zur &lt;ins class=&quot;diffchange diffchange-inline&quot;&gt;Domina &lt;/ins&gt;zu wählen, welche nun bald ihren Posten antreten wird. Bedauerst Du mich nicht? Ich habe &amp;lt;i&amp;gt;viel&amp;lt;/i&amp;gt; ertragen müssen. Tröste mich bald durch eine erfreuliche Nachricht von Dir, schenke mir einmal ein paar Stunden und schreibe mir recht &amp;lt;i&amp;gt;viel&amp;lt;/i&amp;gt;.&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
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		<author><name>WikiSysop</name></author>
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		<id>http://www.kleistdaten.de/index.php?title=Brief_1802-04-10&amp;diff=11247&amp;oldid=prev</id>
		<title>WikiSysop am 7. August 2011 um 09:19 Uhr</title>
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		<updated>2011-08-07T09:19:07Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Frankfurt an der Oder]], 10. [[April]] [[1802]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Absender: [[Zenge, Wilhelmine von|Wilhelmine von Zenge]] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Adressat: [[Kleist, Heinrich von|Heinrich von Kleist]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
-----&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
A Monsieur de Kleist, ci-devant lieutenant dans les gardes prussiennes à Thun en Suisse, poste restante.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Frankfurt [a. d. O.] am 10. April 1802&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mein lieber Heinrich. Wo Dein jetziger Aufenthalt ist, weiß ich zwar nicht bestimmt, auch ist es sehr ungewiß ob das was ich jetzt schreibe Dich dort noch treffen wird wo ich hörte daß Du Dich aufhältst; doch ich kann unmöglich länger schweigen. Mag ich auch einmal vergebens schreiben, so ist es doch nicht meine Schuld wenn Du von mir keine Nachricht erhältst. Über zwei Monate war Deine Familie in &amp;lt;i&amp;gt;Gulben&amp;lt;/i&amp;gt;, und ich konnte auch nicht einmal durch sie erfahren ob &amp;lt;i&amp;gt;Du&amp;lt;/i&amp;gt; noch unter den Sterblichen wandelst oder vielleicht auch schon die engen Kleider dieser Welt mit bessern vertauscht habest. - Endlich sind sie wieder hier, und, da ich schmerzlich erfahren habe wie weise es tut, &amp;lt;i&amp;gt;gar nichts&amp;lt;/i&amp;gt; zu wissen von dem was uns über alles am Herzen liegt - so will ich auch nicht länger säumen Dir zu sagen wie mir es geht. Viel Gutes wirst Du nicht erfahren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ulricke wird Dir geschrieben haben daß ich das Unglück hatte, ganz plötzlich meinen liebsten Bruder zu verlieren - wie schmerzlich das für mich war, brauche ich Dir wohl nicht zu sagen. Du weißt daß wir von der frühesten Jugend an, immer recht gute Freunde waren und uns recht herzlich liebten. Vor kurzen waren wir auf der silbernen Hochzeit unserer Eltern so froh zusammen, er hatte uns ganz gesund verlassen, und auf einmal erhalten wir die Nachricht von seinem Tode - Die erste Zeit war ich ganz wie erstarrt, ich sprach, und weinte nicht. Ahlemann, der während dieser traurigen Zeit oft bei uns war, versichert, er habe sich für mein starres Lächeln sehr erschreckt. Die Natur erlag diesem schrecklichen Zustande, und ich wurde sehr krank. Eine Nacht, da Louise nach dem Arzt schickte weil ich einen sehr starken Krampf in der Brust hatte, und jeden Augenblick glaubte zu ersticken, war der Gedanke an den Tod mir gar nicht schrecklich. Doch der Zuruf aus meinem Herzen »es werden geliebte Menschen um dich trauern, &amp;lt;i&amp;gt;einen&amp;lt;/i&amp;gt; kannst du noch glücklich machen!« der belebte mich aufs neue, und ich freute mich daß die Medizin mich wieder herstellte. Damals! lieber Heinrich, hätte ein Brief von &amp;lt;i&amp;gt;Dir&amp;lt;/i&amp;gt;, meinen Zustand sehr erleichtern können, doch Dein Schweigen vermehrte meinen Schmerz. Meine Eltern, die ich gewohnt war immer froh zu sehn, nun mit einemmal so ganz niedergeschlagen, und besonders meine Mutter immer in Tränen zu sehn - das war zu viel für mich. Dabei hatte ich noch einen großen Kampf zu überstehn. In Lindow war die Domino gestorben. Und da man auf die älteste aus dem Kloster viel zu sagen hatte, und ich die zweite war konnte ich erwarten daß &amp;lt;i&amp;gt;ich&amp;lt;/i&amp;gt; Domino werden würde. Ich wurde auch wirklich angefragt, ob ich es sein wollte, Mutter redete mich sehr zu, da dieser Posten für mich sehr vorteilhaft sein würde, und ich doch meine Zukunft nicht bestimmen könnte. Doch der Gedanke in &amp;lt;i&amp;gt;Lindow&amp;lt;/i&amp;gt; leben zu müssen (was dann notwendig war) und die Erinnrung an das Versprechen was ich Dir gab, nicht da zu wohnen, bestimmten mich, das Fräulein von Randow, zur Domino zu wählen, welche nun bald ihren Posten antreten wird. Bedauerst Du mich nicht? Ich habe &amp;lt;i&amp;gt;viel&amp;lt;/i&amp;gt; ertragen müssen. Tröste mich bald durch eine erfreuliche Nachricht von Dir, schenke mir einmal ein paar Stunden und schreibe mir recht &amp;lt;i&amp;gt;viel&amp;lt;/i&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von Deinen Schwestern höre ich nur daß Du recht oft an sie schreibst, höchstens noch den Namen Deines Aufenthalts, Du kannst Dir also leicht vorstellen wie sehr mir verlangt etwas mehr von &amp;lt;i&amp;gt;Dir&amp;lt;/i&amp;gt; zu hören. Pannwitzens sind sehr glücklich. Ich habe mich aber sehr gewundert daß Auguste als Braut so zärtlich war, da sie sonst immer so sehr dagegen sprach, doch es läßt sich nicht gut, über einen Zustand urteilen den man noch nicht erfahren hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Freuden gibt es jetzt für mich sehr wenig - unsere kleine Emilie macht mir zuweilen frohe Stunden. Sie fängt schon an zu sprechen, wenn ich frage »was macht dein Herz?« so sagt sie ganz deutlich »mon cur palpite«, und dabei hält sie die rechte Hand aufs Herz. Frage ich »wo ist Kleist?« so macht sie das Tuch voneinander und küßt Dein Bild. Mache Du mich bald froher durch einen Brief von Dir, ich bedarf es &amp;lt;i&amp;gt;sehr&amp;lt;/i&amp;gt; von &amp;lt;i&amp;gt;Dir&amp;lt;/i&amp;gt; getröstet zu werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Frühling ist wiedergekehrt, aber nicht mit ihm die frohen Stunden die er mir raubte! Doch ich will &amp;lt;i&amp;gt;hoffen!!&amp;lt;/i&amp;gt; Der &amp;lt;i&amp;gt;Strom&amp;lt;/i&amp;gt; der nie wiederkehrt führt durch Klippen und Wüsten endlich zu fruchtbaren schönen Gegenden, warum soll ich nicht auch vom Strome der Zeit erwarten, daß er auch mich endlich schönern Gefilden zuführe? Ich wünsche Dir recht viel frohe Tage auf Deiner Reise, und dann bald einen glücklichen Ruhepunkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe die &amp;lt;i&amp;gt;beiden Gemälde&amp;lt;/i&amp;gt; von L. und ein Buch worin Gedichte stehn in meiner Verwahrung. Das übrige von Deinen Sachen hat Dein Bruder. Man glaubte dies gehörte &amp;lt;i&amp;gt;Carln&amp;lt;/i&amp;gt; und schickte mir es heimlich zu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schreibe &amp;lt;i&amp;gt;recht bald&amp;lt;/i&amp;gt; an &amp;lt;i&amp;gt;Deine Wilhelmine&amp;lt;/i&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;p&amp;gt;[Dieser Brief ging ungeöffnet von Thun an Wilhelmine zurück.]&amp;lt;/p&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
-----&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Zu den Übersichtsseiten (Personen, Orte, Zeit, Quellen)&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Personen]]  |  [[Orte]]  |  [[Werke]]  |  [[Briefe]]  |  [[Jahresübersicht]]en  |  [[Quellen]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>WikiSysop</name></author>
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