Heinrich von Kleists Lebensspuren (LS 142)

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Heinrich von Kleists Lebensspuren. Dokumente und Berichte der Zeitgenossen. Neu herausgegeben von Helmut Sembdner. München 1996. [In der Kleist-Literatur üblicherweise mit der Sigle LS und laufender Nummer zitiert.]


Johann George Scheffner, Mein Leben (1821)

Im Jahr 1805 war Heinrich von Kleist, der nach Verlassung des Kriegsdienstes in Begleitung seiner pyladischgesinnten klugen Schwester in Frankreich und Italien gewesen und von seinem Gönner, dem Minister von Hardenberg, zur Ausbildung im Finanzfach nach Königsberg geschickt war, oft in meinem Hause. Da in seinem Äußern etwas Finsteres und Sonderbares vorherrschte, so gab ein Fehler am Sprachorgan seinem Eifer in geistreichen Unterhaltungen einen Anschein von eigensinniger Härte, die seinem Charakter wohl nicht eigen war. Wie ein der Meerestiefe entsteigender Taucher sich wenigstens in den ersten Augenblicken nicht auf alles Große und Schöne besinnt, was er in der Wasserwelt gesehen, und es nicht zu erzählen vermag, so schien es bisweilen bei Heinrich von Kleist der Fall zu sein.

(Sembdners Quelle: Schelfner, Johann George: Mein Leben, wie ich es selbst beschrieben. Königsberg 1821, S. 237f.)


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