Heinrich von Kleists Lebensspuren (LS 338)

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Heinrich von Kleists Lebensspuren. Dokumente und Berichte der Zeitgenossen. Neu herausgegeben von Helmut Sembdner. München 1996. [In der Kleist-Literatur üblicherweise mit der Sigle LS und laufender Nummer zitiert.]


Clemens Brentano an J. G. Zimmer. Berlin, 12. Dezember 1809

Ich sehe hier Reimer und Hitzig [Kleists spätere Verleger] dann und wann … Reimer hat sich eine bocksteife philosophische Schwätzerei angewöhnt und ist dabei der tollste Rechthaber, zugleich ist er ein Mensch voll der ungeschicktesten politischen Vaterlandswünsche und durch das Unterliegen von Östreich ganz bizarr übellaunig; bei alledem ein so überstolzer Edelmutsbuchhändler, daß er es tief unter seiner Würde fühlt, eine Anzeige von irgendeinem seiner Werke zu machen … Hitzig ist am meisten das Gegenteil, geizig ins Äußerste, er druckt das meiste ohne Honorar, z. B. [Fouqués] Sigurd, seine Almanache. Möchte gern den Prometheus fortsetzen, hat sich an Goethe gewendet, der es ihm abgeschlagen, spricht immer von Liberalität, Eleganz und Forthelfen der Wissenschaften und weiß nicht, was er will, als daß es Geld ist, das ich ihm auch von Herzen wünsche. Merkwürdig ist es, daß hier kein ordentlicher Sortimentsbuchhändler ist, der nur ein Drittel ihrer Geschäfte machte. -

Gestern abend habe ich mit Arnim Baggesens Klingklingel-Almanach durchgesehen, so langweilig, witzlos und recht zum Kotzen gibt's nicht viel, besonders da die Niedertracht nicht gespart; diese Esel fechten ein Jahr nachher mit allerlei Feinden, die gar nicht existieren.

(Sembdners Quelle: Brentano, Clemens: Briefe. Hrsg. v. Friedr. Seebaß. Nürnberg (1951), Bd. 1, S. 417f.)


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