Heinrich von Kleists Lebensspuren (LS 60b)

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Heinrich von Kleists Lebensspuren. Dokumente und Berichte der Zeitgenossen. Neu herausgegeben von Helmut Sembdner. München 1996. [In der Kleist-Literatur üblicherweise mit der Sigle LS und laufender Nummer zitiert.]


Nach Ulrikes Erzählung (Ada Pinelli, geb. von Trescow, 1883)

Nur einmal geriet das märkische Fräulein dadurch in Verlegenheit; sie besuchte zu Paris mit Heinrich das Konzert eines blinden Flötenspielers; nach beendeter Academie musicale umringte man den Virtuosen und auch Ulrike sagte ihm Artigkeiten. Das feine Ohr des Blinden erkannte sofort den weiblichen Ton der Stimme; seine Erwiderung lautete: »Madame, ich danke Ihnen für so viel Nachsicht und Güte.« - Allgemeine Verblüffung der Anwesenden, welche nun die verkleidete Fremde mit neugierigen Blicken musterten, sich untereinander Bemerkungen in die Ohren zischelten, so daß Ulrike am Arm des Bruders nicht schnell genug den Ausgang erreichen konnte.

(Sembdners Quelle: Freiberg, Günther v. (d. i. Ada Pinelli): Im Hause des dramatischen Dichters. Über Land und Meer, 1883, Nr. 42)


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