Heinrich von Kleists Lebensspuren (LS 84)

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Heinrich von Kleists Lebensspuren. Dokumente und Berichte der Zeitgenossen. Neu herausgegeben von Helmut Sembdner. München 1996. [In der Kleist-Literatur üblicherweise mit der Sigle LS und laufender Nummer zitiert.]


Ulrike von Kleist (1828)

Obgleich unsere Pässe zu einer ganz anderen Straße genommen waren, mußten wir nun mit Wieland nach *** [Basel]. Da Wieland gar kein Geld hatte, beschloß Heinrich, ihn von da nach Jena zu seinem Vater zu bringen. Auch freute er sich sehr, des alten Wieland persönliche Bekanntschaft zu machen. Der Sohn hatte ihm schon öfter von Heinrichs Arbeiten geschickt, durch die er Heinrich sehr lieb gewonnen hatte, und beide standen in dem freundschaftlichsten Briefwechsel.

In Erfurt fand Wieland eine alte Jugendbekannte, die ihn sehr zuredete, dort zu bleiben. Heinrich war darüber bös, daß er nun nicht zu seinem Vater wollte, und also dadurch der Plan ganz scheiterte, eine Zeitlang bei ihm zu leben. Endlich entschloß er sich nach vielem Zureden, doch noch allein hinzugehen, und ich kehrte nach Frankfurt zurück.

Sehr froh, endlich Heinrich aus der Schweiz rauszuhaben, trenne ich mich von ihm mit dem beruhigenden Gedanken, ihn nun bei Wieland zu wissen, der ihn sehr liebte und väterlich für ihn sorgte. [LS 93]

(Sembdners Quelle: Hoffmann, Paul: Ulrike v. Kleist über ihren Bruder Heinrich. Euphorion, 1903, S. 105-152)


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