Brief 1806-07-10

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Königsberg, 10. Juli 1806

Absender: Heinrich von Kleist

Adressat: Hans von Auerswald


Hochwohlgeborner Herr,
Hochzuverehrender Herr Geheimer Oberfinanzrat,</p>

Ein fortdauernd kränklicher Zustand meines Unterleibes, der mein Gemüt angreift, und mich bei allen Geschäften, zu denen ich gezogen zu werden, das Glück habe, auf die sonderbarste Art ängstlich macht, macht mich, zu meiner innigsten Betrübnis, unfähig, mich denselben fernerhin zu unterziehen. Ich bitte Ew. Hochwohlgeboren untertänigst, mich fortdauernd gütigst von den Arbeiten zu dispensieren, bis ich von dem Hr. Geh. Ob. Fin. Rat v. Altenstein, dem ich meine Lage, und den Wunsch, gänzlich davon befreit zu werden, eröffnet habe, näher beschieden sein werde. Niemand kann den Schmerz, mich der Gewogenheit, mit welcher ich von Ew. Hochwohlgeboren sowohl, als von einem verehrungswürdigen Kollegio aufgenommen zu werden, das Glück hatte, so wenig würdig gezeigt zu haben, lebhafter empfinden, als ich. Nur die Unmöglichkeit, ihr so, wie ich es wünschte, zu entsprechen, und der Widerwille, es halb und unvollständig zu tun, können diesen Umstand entschuldigen. Ich statte Ew. Hochwohlgeboren meinen innigsten und untertänigsten Dank ab für jede Gnade, deren ich hier teilhaftig geworden bin, und werde die erste Gelegenheit, da es mir mein Zustand erlaubt, benutzen, Ew. Hochwohlgeboren von meiner unauslöschlichen Dankbarkeit, und der Ehrfurcht zu überzeugen, mit welcher ich die Ehre habe, zu sein

Ew. Hochwohlgeboren, gehorsamster

Heinrich v. Kleist.

Königsberg, den 10. Juli 1806


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