Brief 1808-11-02

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Dresden, 2. November 1808

Absender: Heinrich von Kleist

Adressat: Ulrike von Kleist


Meine liebste, teuerste Ulrike,

Ich reise, in diesem Augenblick, in der Sache der Fr. v. Haza, von welcher ich Dich, bei Deinem Hiersein in Dresden, einigermaßen unterrichtet habe, nach Lewitz, in der Gegend von Posen ab. Da ich wieder durch die Lausitz gehe, so glaubte ich, bei dieser Gelegenheit, meine Schuld an Pannwitz, abtragen zu können; doch die Ausgaben wachsen mir so über den Kopf, daß ich es nicht bestreiten kann. Tue mir den Gefallen, und decke die 20 Rth., die ich ihm schuldig; ihm schuldig zu sein, quält mich nicht, doch unsrer Minette, die sie ihm vorgeschossen hat. Ich lege Dir den Brief bei, den Du, in diesem Fall, zuzusiegeln, und an ihn abzuschicken hast. Fr. v. Haza ist eine liebenswürdige und vortreffliche Dame, und die ersten Schritte, die ich für sie getan habe, machen es ganz notwendig, daß ich die letzten auch tue. Das allererstemal, daß ich Geld kriege, will ich, so wahr ich bin, gleich an Dich denken. Adieu, vor 14 Tagen bin ich nicht hier zurück.

Dresden, den 2. Nov. 1808

Dein Heinrich.

N. S. Der Buchhändler Walter hat den Phöbus übernommen, und alle Ausgaben sind gedeckt.


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