Heinrich von Kleists Lebensspuren (LS 558a)

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Heinrich von Kleists Lebensspuren. Dokumente und Berichte der Zeitgenossen. Neu herausgegeben von Helmut Sembdner. München 1996. [In der Kleist-Literatur üblicherweise mit der Sigle LS und laufender Nummer zitiert.]


Arthur Eloesser, Der unbekannte Kleist (Die Jugend, November 1911)

Mit Kleist selbst ist für monumentale Zwecke nichts anzufangen. Wir kennen nur [in einer unzureichenden Kopie; s. o.] das Medaillonbild, das er seiner Braut hinterließ … Selbst die liebevollsten Verehrer sind mit Kleists Aussehen auf diesem Bilde nicht einverstanden, mit diesem runden weichen Jungengesicht, das etwas Verdächtiges, geradezu Merkmale von Entartung aufweist. Wenn sich überhaupt irgendeine Ähnlichkeit finden läßt, so erinnert er an die mysteriösen Bubenköpfe gewisser kurzlebiger Cäsaren, die die größten Schandtaten verübten, noch bevor sie recht erwachsen waren.

Etwas unbestimmt Sadistisches, fahrlässig Grausames schwimmt hier in einem verlegenen Lächeln, aber die Freunde rühmen Kleists kindergute Augen …

(Sembdners Quelle: Eloesser, Arthur: Der unbekannte Kleist. In: Die Jugend, Nov. 1911, Bd. 2, S. 1226-1233)


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